Standortentwicklungskonzept

Zu den im ISEK vorgeschlagenen Maßnahmen, die zur Verbesserung der Nahversorgungssituation beitragen sollen, ist die Entwicklung eines Standortentwicklungskonzepts für die Schillingstraße benannt.

Die Schillingstraße war mit ihrem breiten Flanierweg einst das Rückgrat der Nahversorgung des Gebiets. Neben einer Kaufhalle, einem Restaurant, einem Friseur und einem Ärztehaus, gab es einen großen Blumenhandel und das Cafe Moskau am nördlichen Ende der Straße zu finden. Heute existieren nur noch wenige dieser Institutionen und Geschäfte- sodass insbesondere der ehemals belebte Mittelteil der Straße durch Leerstand und sanierungsbedürftige Bauten geprägt ist.

Das Standortentwicklungskonzept hat als Ziel, die Entwicklungsmöglichkeiten der Schillingstraße als defizitärer Nahversorgungsbereich des Gebiets im Zusammenhang mit der Karl-Marx-Allee als überregionale Verbindung metropolitanen Charakters aufzeigen und auf dieser Grundlage Vorschläge und Maßnahmen zur weiteren Entwicklung der Straße ableiten. Dabei bezieht sich das Standortentwicklungskonzept auf die Nahversorgung im weiteren Sinne, d.h. es wurden neben dem Einzelhandelsangebot auch öffentliche und private Dienstleistungen, Gastronomie, Gesundheitsversorgung, Kultur, etc. näher betrachtet.

Neben der umfangreichen Grundlagenermittlung einschließlich der Durchsicht und Berücksichtung der bestehenden Planungen und Konzepte sowie der Vor-Ort-Befragung der GebietsanwohnerInnen, enthält der Bericht zum Konzept auch eine Prognose zur weiteren Entwicklung der Straße. Es werden konzeptionelle Vorschläge zur Verbesserung der Nahversorgung bzw. Stärkung der Schillingstraße gegeben und beispielsweise die Wirksamkeit der Einführung eines Standortmanagements geprüft. Es werden Einschätzungen zu weiteren Nutzungsmöglichkeiten der Erdgeschosszonen in der Schillingstraße unter Berücksichtung der zuvor ermittelten Datengrundlage sowie aktueller Trends abgegeben. Zudem wird abgeschätzt, inwiefern die Nutzungen der Erdgeschosszonen als Grundlage für das Treffen entsprechender Festsetzungen im Bebauungsplan gelten können.

Mittelfristiges Ziel ist es, die Schillingstraße zu stärken und wiederzubeleben. Anstelle der heute zum großen Teil leerstehenden oder sich in einem schlechten Zustand befindenden Gebäude entlnag der Ostseite der Schillingstraße sollen neue, fünfgeschossige Wohngebäude mit Einzelhandels-/ Gewerbeflächen im Erdgeschoss realisiert werden. Das Standortentwicklungskonzept soll insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Bauaktivitäten in der Schillingstraße als Grundlage für Gespräche mit privaten Eigentümer dienen.

Die Grundlagenermittlung und eine erste Version des Standortentwicklungskonzepts wurde den AnwohnerInnen bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im September 2018 vorgestellt.