Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz in der Karl-Marx-Allee II

Das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz ist ein Bund-und-Länder-Programm der Städtebauförderung, das heißt, es wird zum Teil aus Mitteln des Bundes und zum Teil aus Mitteln des Landes Berlin finanziert. Mit dem Programm sollen bau- und kulturhistorisch wertvolle Stadtbereiche mit denkmalwerter Bausubstanz erhalten und weiterentwickelt werden. Dies gilt auch für die Karl-Marx-Allee II. Bauabschnitt als der Prototyp des sozialistischen Städtebaus. Die Voraussetzung zur Bereitstellung von Fördermitteln ist die Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Auf Grundlage dieses Konzepts, das unterschiedliche Aspekte berücksichtigen muss, soll der Erneuerungsprozess in den Fördergebieten vorausschauend und ganzheitlich geplant und ein abgestimmtes Handeln erreicht werden.

Ziele und Schwerpunkte des Fördermitteleinsatzes
Das Gebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt wurde aufgrund seiner stadtentwicklungspolitischen Bedeutung und seines baukulturellen Hintergrunds mit Senatsbeschluss vom 14. Juli 2015 als neues Fördergebiet in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Das Gebiet soll als einzigartiges städtebauliches Ensemble der Nachkriegsmoderne erhalten und durch Wohnungsneubau als generationengerechtes und familienfreundliches Wohngebiet gestärkt werden. Schwerpunkte des geplanten Mitteleinsatzes liegen in der Qualifizierung der sozialen und öffentlichen Infrastruktur sowie in Neugestaltungsmaßnahmen des öffentlichen Raumes und der Straßenräume Karl-Marx-Allee und Schillingstraße. Aufgrund der zentralen Lage innerhalb der Stadt, der städtebaulichen Identität und der hohen Wohn- und Freiraumqualität ist das Gebiet bereits heute ein attraktiver Wohnstandort, den es zu erhalten, zu qualifizieren und weiterzuentwickeln gilt.

Mit den zu entwickelnden Maßnahmen wird das Ziel verfolgt, das Gebiet unter Berücksichtigung sich verändernder Lebensbedürfnisse in seiner Qualität zu bewahren und für die Zukunft weiterzuentwickeln. In den letzten Jahren ist das Gebiet – u. a. auch durch den breiten Diskurs im Rahmen des Workshopverfahrens Alexanderplatz und den Planungen zur Karl-Marx-Allee und Holzmarktstraße – zunehmend in den öffentlichen Fokus gerückt und erlangt aufgrund einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum in Berlin und der im Gebiet in Teilen vorhandenen Wohnungsbaupotentiale verstärkte Bedeutung.

Aktuelle Herausforderungen: Klimaschutz, Barrierefreiheit und die wachsende Stadt Berlin
Drei besondere aktuelle Herausforderungen stellen dabei die Aspekte Klimaschutz, Barrierefreiheit und die wachsende Stadt Berlin dar: Zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Quartiers im Sinne des Klimaschutzes und der Energieeffizienz ist ein sensibler Umgang mit den Gebäuden und den Stadträumen geboten. In der dialoghaften Auseinandersetzung mit denkmalpflegerischen, bau-technischen, baukulturellen und städtebaulichen Fragen sind sowohl gebäudebezogene Lösungen als auch quartiersbezogene Ansätze zu entwickeln.

Die Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger frei in der Stadt bewegen können. Vor allem in Quartieren mit historischer Vergangenheit ist dies leider oft nicht der Fall: Bordsteinkanten, Hauszugänge oder Straßenüberquerungen können dann schon große Barrieren sein, die es zu beheben gilt.

Berlin wächst. Dadurch ergeben sich vielfältige Aufgaben im Hinblick auf den Wohnungsneubau, die Sicherung und Weiterentwicklung des Wohnungsbestands und die öffentliche Infrastruktur. Besonders in einem Gebiet mit solch prägender Stadtstruktur wie in der KMA stehen wir damit vor einer großen Herausforderung. In dem Fördergebiet sollen daher die Programmmittel vorrangig für die Erneuerung und Anpassung der sozialen Infrastruktur, die Aufwertung und Neuanlage von Grünflächen und Spielplätzen und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Straßenraum eingesetzt werden.